Susanne Wieseler: Biografie, Alter, Familie und WDR-Karriere

Am Morgen des 16. Juli 2021 lief der Hashtag #JungeFrau durch alle deutschen Nachrichtenmedien. Ein Interview zwischen NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und einer WDR-Moderatorin, das am Abend zuvor in der Aktuellen Stunde gelaufen war, wurde von t-online bis zum Tagesspiegel analysiert. Die Frau, die dieses Gespräch geführt hatte, war zu dem Zeitpunkt längst dabei, Laschet auf Twitter in Schutz zu nehmen. Und am nächsten Morgen war sie wieder im Studio.

Das sagt mehr über Susanne Wieseler aus als jede Jahreszahl.



Wer ist Susanne Wieseler?

Susanne Wieseler, Jahrgang 1969, ist Fernsehjournalistin und Moderatorin beim WDR Fernsehen in Köln. Sie präsentiert seit 1999 die Aktuelle Stunde, das tägliche Nachrichtenmagazin für Nordrhein-Westfalen. Zuvor arbeitete sie für ZDF und Deutsche Welle. Neben der Moderation produzierte sie Dokumentarfilme, veröffentlichte ein Buch und ist heute Vorstandsmitglied beim BMTD sowie Medientrainerin für internationale Unternehmen.


GeburtsnameSusanne Herwig
Geburtsjahr1969
GeburtsortEssen, Nordrhein-Westfalen
BerufFernsehjournalistin, Moderatorin, Filmemacherin, Autorin, Medientrainerin
Bekannt durchAktuelle Stunde, WDR Fernsehen (seit 1999)
KinderMargo, Karlo
WohnortKöln

Aufgewachsen in Essen

Wieseler, geborene Herwig, wuchs 21 Jahre lang in Essen auf. Ihr Vater arbeitete als Bergmann, ihr Bruder ebenfalls. Sie bezeichnet sich selbst als „echtes Grubenpony“, eine Beschreibung, die weder nostalgisch noch ironisch gemeint ist.

Nach einem Einser-Abitur studierte sie Journalistik an der Technischen Universität Dortmund, später kam Volkswirtschaftslehre dazu. Erste Artikel schrieb sie für die Westfalenpost Schwelm und die NRZ Oberhausen, nebenbei arbeitete sie im Radio beim WDR-Studio Essen. Mitten im Studium absolvierte sie das Volontariat bei der Deutschen Welle in Bonn, produzierte Moderationen, Reportagen und Dokumentationen. Danach folgten WDR-Studio Köln als Reporterin und Moderatorin, Beiträge für den Deutschlandfunk und eine halbe Stelle bei der Deutschen Presse-Agentur in Bonn für bundespolitische Radiobeiträge.

Fernsehjournalistin beim ZDF

Der Wechsel ins Fernsehen kam Anfang der 1990er Jahre. Das ZDF suchte Moderatoren für Doppelpunkt, damals eine der meistgesehenen Jugendsendungen im deutschen Fernsehen. Tausende bewarben sich, rund 100 wurden gecastet. Wieseler war dabei und moderierte die Sendung von 1994 bis 1995, mit Mitte 20, live im ZDF-Abendprogramm. Gespräche über Tod, Sex und Rente, auf einem der größten Sender des Landes.

Anschließend arbeitete sie als Redakteurin in der ZDF-Hauptredaktion Innenpolitik. Wahlsendungen, das Interviewformat „Was nun,…?“ mit Gerhard Schröder, Oscar Lafontaine und Edmund Stoiber, „ZDF spezial“ und der „Länderspiegel.“ Moderationen bei 3sat kamen dazu.

Seit 1999: Das Gesicht der WDR Aktuellen Stunde

Zurück beim WDR übernahm Wieseler zunächst die Lokalzeit aus Köln. In einer ihrer ersten Moderationswochen dort heiratete sie. Am Montag kam sie noch als Susanne Herwig ins Studio, am Dienstag war sie Frau Wieseler. Die Sendung fing zur gewohnten Zeit an.

Seit 1999 präsentiert sie die Aktuelle Stunde, täglich, fast drei Jahrzehnte lang. Dazu Sondersendungen wie „WDR extra“ bei Großereignissen, Promi-Interviews in „5 Min. mit“ und saisonale Formate wie „NRW feiert Advent“ und „Weiber live“ an Weiberfastnacht. Für das Reiseformat „Wieselers Reisen“ stand die ganze Familie gemeinsam vor der Kamera.

Das Laschet-Interview im Juli 2021

Am 15. Juli 2021, während NRW nach der Flutkatastrophe im Ausnahmezustand war, wurde CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet per Liveschalte in die Aktuelle Stunde zugeschaltet. Wieseler eröffnete direkt:

„Bedeutet das, Sie haben heute tatsächlich neue Erkenntnisse gewonnen durch dieses Jahrhunderthochwasser?“

Das Gespräch wurde hart. Wieseler hielt gegen: „Sie haben Windenergie eher behindert als gefördert.“ Laschet geriet in die Defensive, verlor zeitweise ihren Namen. Sie korrigierte ihn: „Wieseler heiße ich.“ Laschet: „Frau Wieseler, ich weiß, wie Sie heißen.“

Noch am selben Abend schrieb Wieseler auf Twitter: „Allerdings: Ich höre gar nicht, dass er das wirklich sagt.“ Sie nahm Laschet in Schutz, während der Hashtag #JungeFrau trendete. Als Spiegel-Journalist Markus Feldenkirchen am nächsten Morgen schrieb, Laschet habe ihren Namen wohl wegen ihrer „guten, scharfen Interviewführung“ vergessen, antwortete Wieseler trocken: „Sehe ich auch so, und hoffe, dass es diesen kausalen Zusammenhang gibt.“

Das Interview lief auf einem Regionalsender. Tagesspiegel, Berliner Zeitung, HORIZONT und t-online berichteten darüber ausführlich.

Dokumentarfilme, Buch und Medientraining

Neben der täglichen Moderation produzierte Wieseler mehrere Dokumentarfilme. Zwei Jahre lang begleitete sie Paare während der künstlichen Befruchtung an der Universitätsklinik Heidelberg, sechs Halbstunden, sehr nah an den Betroffenen. Es folgten die Dokumentarserie „Kinderklinik“, ein langes Portrait über Herbert Grönemeyer und Reportagen über Schwarzarbeit und das deutsche Steuersystem. Als Regisseurin ist sie beim Filmportal IMDB unter anderem mit Bilderbuch Deutschland (1996) und Das NRW Duell (2006) gelistet.

2006 veröffentlichte Wieseler beim Ullstein Verlag das Buch „Einfach Kinder kriegen: Wie Familie glücklich macht“ (ISBN 978-3548368931). Ihre Kernaussage: Kinder zu bekommen ist besser als man denkt, und das alte Leben muss man dafür nicht aufgeben.

Beim BMTD (Bundesverband der Medientrainer Deutschlands) ist sie Vorstandsmitglied. Seit rund zehn Jahren bereitet sie Führungskräfte und Journalisten auf Kameraauftritte und öffentliche Reden vor, auf Deutsch und Englisch, im In- und Ausland. Zu ihren Kunden zählen die Deutsche Hochschule der Polizei, BBDO, BBraun Melsungen AG und der Deutsche Reiseverband.

Familie und Privatleben in Köln

Wieseler lebt mit ihrer Familie in Köln. Sie hat zwei Kinder: Tochter Margo und Sohn Karlo, der drei Jahre nach seiner Schwester geboren wurde. Ihr Mann ist Filmemacher; die beiden haben gelegentlich zusammengearbeitet.

Was sonst noch bleibt: Spaziergänge mit Polly, dem Goldendoodle der Familie. Kleider für TV-Auftritte selbst nähen. Gartenarbeit. Skiurlaub in Österreich, Ferienhaus in Frankreich. Susanne Wieseler selbst nennt das „unspektakulär schön“.


Seit fast drei Jahrzehnten präsentiert Susanne Wieseler täglich die Nachrichten für NRW. Ihr eigenes Leben beschreibt sie mit zwei Wörtern: unspektakulär schön. Wer die Biografie dahinter kennt, fragt sich, was sie wohl unter spektakulär verstehen würde.

Dennis Luft
Dennis Lufthttps://newszentral.de/
Ich bin in Nürnberg aufgewachsen, habe dort Journalismus studiert und anschließend über neun Jahre für lokale Verlage in der Metropolregion gearbeitet. In dieser Zeit habe ich gelernt, dass ein guter Journalist kein Ressort braucht: Ich habe politische Entwicklungen begleitet, Sportereignisse von der Bundesliga bis zur Champions League aufbereitet, Prominente porträtiert und ihre Hintergründe beleuchtet, Beziehungsgeschichten und gesellschaftliche Debatten eingeordnet, Technologiethemen verständlich erklärt, Unterhaltungsnews aus Film, Musik und Reality-TV verfolgt und Wirtschaftsnachrichten für echte Menschen greifbar gemacht. News Zentral habe ich im Mai 2026 gegründet, weil mir ein deutschsprachiges Portal gefehlt hat, das all diese Themen mit dem gleichen journalistischen Anspruch behandelt, egal ob es um einen Bundesliga-Spieltag geht, die neueste Affäre aus dem Showbusiness oder eine politische Entscheidung, die das Land bewegt. Ich schreibe hier täglich, zu allem, was gerade zählt.

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