Goran Munižaba war der zweite Ehemann der Münchner Modedesignerin Sarah Kern. Die Ehe dauerte offiziell von 2006 bis 2010, der öffentliche Streit danach noch viel länger. Heute, im Jahr 2026, ist sein Name noch immer mit ihr verbunden. Nur über ihn selbst weiß die Öffentlichkeit erstaunlich wenig.
Dabei gibt es durchaus etwas über ihn zu berichten. Zwei Verurteilungen durch deutsche Gerichte, ein internationaler Haftbefehl, eine Inhaftierung in Bielefeld. Alles davon ist dokumentiert, durch Gerichtspressestellen bestätigt, nicht durch Boulevardgerüchte.
Aber die Geschichte, die die meisten Menschen über ihn kennen? Die hat vor keinem dieser Gerichte je eine Rolle gespielt.
Inhaltsverzeichnis
Herkunft und frühe Jahre: Was sich belegen lässt
Über seine Herkunft ist wenig gesichert. Hinweise deuten auf Subotica, eine Stadt im serbischen Vojvodina, nahe der ungarischen Grenze. Ein öffentliches Facebook-Profil listet die Wirtschaftsfakultät Subotica sowie die dortige Schule Lazar Nešić als Bildungsstationen. Beides sind reale Institutionen in dieser Stadt. Kein deutsches Medium hat diese Angaben je aufgegriffen oder überprüft.
In München gab er sich als Gastronom aus. Kein Restaurant, kein Betrieb, kein Name lässt sich dazu nachweisen. Das Wort blieb ohne Inhalt.
Sein ungefähres Alter lässt sich aus drei unabhängigen Medienberichten ableiten: 33 Jahre im Jahr 2010 laut Abendzeitung München, 36 im Jahr 2014 laut Promiflash, 43 im Jahr 2021 laut Bild. Alle drei Angaben zeigen auf ein Geburtsjahr von 1977 oder 1978.
Weiter lässt sich seine Biografie aus öffentlichen Quellen nicht zurückverfolgen.
Die Ehe mit Sarah Kern und der Rosenkrieg danach
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 2006 | Standesamtliche Trauung mit Sarah Kern |
| 24. Dez. 2007 | Geburt von Sohn Romeo-Noel |
| August 2008 | Kirchliche Hochzeit |
| 29. Dez. 2009 | Polizeieinsatz in der gemeinsamen Wohnung, Kontaktverbot |
| Juli 2010 | Scheidung rechtskräftig |
| 2014 | Verurteilung wegen Falschaussage, 1 Jahr 4 Monate |
| 2015 | Gegenseitige Klagen; Kern bietet 10.000 Euro für Hinweise auf Munižaba |
| 2019 | Internationaler Haftbefehl wegen Anstiftung zum Einbruch |
| Januar 2021 | Verurteilung zu 1 Jahr 10 Monaten, Inhaftierung in Bielefeld |
Im Januar 2010, kurz nach dem Polizeieinsatz vom 29. Dezember 2009, gab Sarah Kern der Abendzeitung München ein ausführliches Interview. Sie schilderte nach eigenen Angaben tägliche verbale und körperliche Übergriffe, einen Vorfall mit ihrem verletzten Sohn, bei dem Munižaba angeblich einen Arztbesuch verweigert habe. Ihr Zitat aus diesem Gespräch wurde seitdem vielfach wiederholt: „Die Ehe war der größte Fehler meines Lebens.“
Munižaba schwieg dazu öffentlich.
Fünf Jahre nach der Scheidung eskalierte der Scheidungskrieg erneut. 2015 stellten beide Seiten Klagen gegeneinander. Kern veröffentlichte eine Erklärung auf Facebook, in der sie 10.000 Euro für Hinweise auf ihren Ex-Mann auslobte. Sie behauptete dabei, er plane einen Auftragsmord an ihr. Die Bild-Zeitung zitierte Munižaba mit den Worten, er wisse von nichts. Weder eine Anklage noch ein Ermittlungsverfahren folgte. Kein Redakteur fragte nach. Die Geschichte verschwand aus den Medien, so wie sie darin aufgetaucht war.
Zwei Urteile, zwei Gerichte
Erste Verurteilung, 2014
Das Landgericht München I verurteilte ihn wegen uneidlicher Falschaussage. Im Frühjahr 2010 hatte er mit Sarah Kerns Maserati einen Unfall verursacht und darüber vor Gericht falsche Angaben gemacht. Das Gericht verhängte ein Jahr und vier Monate Haft, unter Einbeziehung einer früheren Verurteilung in einer anderen Sache, über deren Inhalt bis heute nichts bekannt ist. Die Pressestelle des Landgerichts München I bestätigte das Urteil direkt gegenüber Promiflash.
Zweite Verurteilung, 2021
Laut Berichten von Bild und Promiflash soll er zwei Männer in Kroatien angestiftet haben, in mehrere Münchner Wohnungen einzubrechen. Ein internationaler Haftbefehl wurde ausgestellt. Die kroatischen Behörden nahmen ihn fest, Deutschland beantragte die Auslieferung. Das Verfahren begann 2019, geriet zwischenzeitlich ins Stocken und endete mit einem Urteil des Landgerichts Bochum: ein Jahr und zehn Monate.
Sein Anwalt erklärte damals gegenüber Bild:
„Herr Munižaba hält sich nach wie vor für unschuldig, aber er akzeptiert das Urteil.“
Das Urteil wurde in einer Bielefelder Justizvollzugsanstalt verbüßt. Wann er entlassen wurde, ist öffentlich nicht dokumentiert. Nach der Urteilslänge wäre das Ende 2022 gewesen, eine frühere Entlassung nach zwei Dritteln der Strafe wäre ebenfalls möglich gewesen.
Ein Profikampf, dann nichts mehr
Am 20. Mai 2011, etwa ein Jahr nach der Scheidung, gab er sein Profidebüt als Boxer im Cruisergewicht. Er gewann durch Knockout. Auf BoxRec, dem offiziellen internationalen Register für Profiboxen, ist dieser Kampf bis heute der einzige Eintrag. Kein Trainer wurde je namentlich erwähnt, kein Verein, kein zweiter Kampf.
Dieser eine öffentliche Auftritt unter eigenem Namen sagt im Grunde dasselbe wie sein gesamtes Auftreten in der deutschen Öffentlichkeit: ein kurzes Erscheinen, dann Schweigen.
Was Sarah Kern seit 2010 öffentlich sagt und was fehlt
Sarah Kern hat über ihre Ehe mit Munižaba mehrfach öffentlich gesprochen: 2010 in der Abendzeitung München, 2014 nach der ersten Verurteilung, 2019 in der VOX-Sendung 6 Mütter, im Januar 2024 im RTL-Dschungelcamp und im September 2024 in Das Sommerhaus der Stars.
In der VOX-Sendung sagte sie:
„Wenn einmal Gewalt in der Ehe vorkommt, wird es wieder vorkommen.“
Ihre Schilderungen wurden von deutschen Medien über 16 Jahre hinweg aufgenommen, weiterverbreitet und zitiert. Eine Gegenstimme hat in dieser Berichterstattung nie existiert. Kein Medium hat Munižaba je um eine Stellungnahme gebeten, kein Bericht hat seine Version der Ereignisse auch nur als offene Frage behandelt.
Wegen häuslicher Gewalt wurde er nie angeklagt, nie vor Gericht gestellt, nie verurteilt. Die Polizei kam am 29. Dezember 2009, ein Kontaktverbot wurde ausgesprochen. Ob danach ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde, ist öffentlich nicht bekannt. Kein deutsches Medium hat das je geklärt.
Kerns Aussagen stammen aus Interviews, die sie während eines laufenden Scheidungskriegs gab, aus Reality-TV-Formaten, die nach persönlichen Geschichten verlangen, und aus einer Facebook-Erklärung, in der sie ein Kopfgeld auf ihren Ex-Mann auslobte. Das macht ihre Erfahrungen nicht unwahr. Es macht sie zu einer einzigen, nie überprüften Quelle. Das ist ein journalistischer Befund, kein Urteil über ihren Charakter.
Sohn Romeo-Noel und der aktuelle Stand
Romeo-Noel, der gemeinsame Sohn, wurde am 24. Dezember 2007 geboren und ist heute 18 Jahre alt. Er wuchs bei seiner Mutter auf. Sarah Kern sagte im Dschungelcamp 2024 über ihre Kinder: „Meine Söhne sind der Grund, warum ich aufstehe, warum ich lebe, warum ich arbeite.“
Ob zwischen Vater und Sohn Kontakt besteht, ist nicht bekannt. Munižaba hat sich seit seiner Entlassung aus der Bielefelder Haft öffentlich nicht mehr gezeigt. Kein Interview, kein Statement, nichts.
Was der Fall tatsächlich zeigt
Er hat vor Gericht gelogen. Er hat nach Überzeugung des Gerichts Einbrüche in Auftrag gegeben. Dazu kommt eine frühere Verurteilung, deren Inhalt nie bekannt wurde. Das sind keine Kleinigkeiten, und die zwei rechtskräftigen Urteile sprechen für sich.
Aber über 16 Jahre hinweg wurde in deutschen Medien eine Geschichte über ihn erzählt, die weit über diese Urteile hinausgeht. Schwere Gewaltvorwürfe, ein angeblich geplanter Mord, das Bild eines Mannes, das ausschließlich durch eine Quelle gezeichnet wurde, die in einem jahrelangen Rechtsstreit mit ihm stand.
Er hat sich dazu nie geäußert. Kein Medium hat ihn je ernsthaft dazu befragt.
Das Ergebnis ist kein vollständiges Bild. Es ist eines, das nur auf einer Seite gemalt wurde.

