Shobha Huber: Ehefrau, Psychotherapeutin oder beides?

Shobha Huber taucht im Netz vor allem in einer Rolle auf: als Ehefrau von Charles M. Huber. Die Person dahinter bleibt in den meisten Quellen fast unsichtbar. Wer genauer hinschaut, stößt außerdem auf eine zweite Spur, die mit derselben Frau kaum etwas zu tun zu haben scheint und trotzdem denselben Vornamen trägt.



Charles M. Hubers Frau: Was aus Bildunterschriften bekannt ist

In Bildarchiven wie Getty Images und IMAGO taucht der Name seit Ende der Neunzigerjahre wiederholt auf, allerdings nie einheitlich geschrieben. Eine Aufnahme vom 5. Februar 1999, entstanden bei der Verleihung des Deutschen Videopreises in München, ist mit „Charles M. Huber, Ehefrau Shoba Zandie“ betitelt. Andere Bilder aus den folgenden Jahren nennen sie Shobha Zandie-Huber.

Ihr Mann, Charles Muhamed Huber, wurde 1956 in München als Karl-Heinz Huber geboren, als Sohn eines senegalesischen Diplomaten und einer deutschen Mutter. Bekannt wurde er als Kommissar Henry Johnson in der ZDF-Serie Der Alte, die er von 1986 bis 1997 spielte. 2013 zog er für die CDU in den Bundestag ein, als einer der ersten beiden Abgeordneten afrikanischer Herkunft überhaupt. Im Parlament trat er als Afrika-Experte seiner Fraktion auf, forderte 2015 einen Masterplan für Afrika und war als Redner und Vermittler für die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung im Ausland aktiv, unter anderem bei Reisen nach Costa Rica, Panama und Venezuela. Seine Bundestag-Biografie führt ihn als verheiratet, mit vier Kindern.

Auf einem Getty-Foto von 2004, aufgenommen bei der Münchner Premiere des Disney-Films Bärenbrüder, werden drei dieser Kinder namentlich genannt: Ieon, Jeremias und Salomon. Die deutsche Wikipedia liefert noch ein weiteres Detail. Demnach übernahm Huber 1996, während seiner Zeit als Tourismusberater in Äthiopien, gemeinsam mit seiner Frau Shobha die inhaltliche Gestaltung des äthiopischen Pavillons für die Expo 2000 in Hannover, ein Projekt mit mehr als 1,3 Millionen Besuchern. Ein Nachname wird dabei nicht genannt.

Das ist zugleich der Punkt, an dem die öffentliche Spur endet. Alles Weitere, was über sie dokumentiert ist, entsteht durch die Kamera eines anderen und den Beruf ihres Mannes, nicht durch eigene Auftritte oder Interviews.


Die zweite Spur: Shobha Zaudie aus Landshut

Genau dieses Muster, sichtbar nur über eine andere Person, kehrt sich bei einem zweiten Namen vollständig um. In Deutschland unterliegen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten der beruflichen Schweigepflicht und treten in der Regel nicht als öffentliche Personen auf, unabhängig davon, mit wem sie verheiratet sind. Genau in diesem Kontext taucht der Name Shobha Zaudie auf, fernab von Schauspiel oder Politik.

Die Organisation Refugio München, ein Beratungs- und Behandlungszentrum für traumatisierte Geflüchtete und Folterüberlebende, stellt sie auf der eigenen Website als Psychotherapeutin in Landshut vor. Im Fairstärker-Podcast aus dem Jahr 2021 erzählt sie, dass sie zuvor in Äthiopien, Indien, im Sudan und in England gelebt hat, bevor sie ihre heutige Arbeit bei Refugio München aufnahm. Am 6. Juli 2022 trat sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Birke Siebenbürger, Leiterin des Fachbereichs Psychotherapie und Sozialberatung für Kinder und Jugendliche bei Refugio, in einer aufgezeichneten Gesprächsrunde im Rahmen des Münchner Stiftungsfrühlings auf. Thema war die Versorgungslage bei Therapieplätzen für Geflüchtete. Nach Angaben von Refugio München muss die Organisation rund drei Viertel aller Anfragen ablehnen, weil die Kapazitäten fehlen.

Von einem Schauspieler, einem Bundestagsmandat oder einer Ehe ist in diesem Zusammenhang an keiner Stelle die Rede.


Ein Name, zwei mögliche Leben

Beide Frauen heißen Shobha. Beide haben eine belegte Verbindung zu Äthiopien, die eine durch ein Gestaltungsprojekt bei der Expo 2000, die andere durch einen längeren Lebensabschnitt dort. Die Nachnamen Zandie und Zaudie liegen nah genug beieinander, um eine Schreibvariante desselben Namens sein zu können, ein Effekt, der bei Bildagenturen bei Namen außerhalb des deutschen Sprachraums immer wieder vorkommt.

In mehr als 25 Jahren öffentlich zugänglicher Dokumentation, verteilt auf Fotoarchive, einen Wikipedia-Eintrag, eine Podcast-Folge und die Website eines Vereins, taucht bislang keine Quelle auf, die beide Fäden ausdrücklich miteinander verknüpft. Keine bestätigt, dass die Frau aus den Society-Fotos dieselbe ist wie die Psychotherapeutin aus Landshut. Keine schließt es aus.

Zusammengefasst sieht der Stand so aus:

  • Bestätigt: Charles M. Huber ist mit einer Frau namens Shobha verheiratet, die 1996 an der Gestaltung des äthiopischen Expo-Pavillons mitgewirkt haben soll und mit der er laut Bundestag-Angaben vier Kinder hat.
  • Unabhängig davon bestätigt: Eine Shobha Zaudie arbeitet als Psychotherapeutin in Landshut, hat in mehreren Ländern gelebt und ist bei Refugio München in der Arbeit mit traumatisierten Geflüchteten aktiv.
  • Offen: Ob es sich um dieselbe Person handelt.

Eine offizielle Bestätigung, etwa durch eine gemeinsame Nennung in einem Interview oder eine direkte Aussage einer der beiden Seiten, liegt öffentlich nicht vor. Auffällig bleibt dabei etwas anderes: In den Fotoarchiven wird die eine Shobha ausschließlich über ihren Ehemann identifiziert, in den Unterlagen von Refugio München wird die andere ausschließlich über ihre eigene Arbeit beschrieben. Selbst wenn beide Spuren zur selben Person gehören sollten, zeigt sich daran, wie unterschiedlich öffentlich verfügbare Quellen ein und dasselbe Leben abbilden können, je nachdem, wer die Aufnahme macht und wozu.

Dennis Luft
Dennis Lufthttps://newszentral.de/
Ich bin in Nürnberg aufgewachsen, habe dort Journalismus studiert und anschließend über neun Jahre für lokale Verlage in der Metropolregion gearbeitet. In dieser Zeit habe ich gelernt, dass ein guter Journalist kein Ressort braucht: Ich habe politische Entwicklungen begleitet, Sportereignisse von der Bundesliga bis zur Champions League aufbereitet, Prominente porträtiert und ihre Hintergründe beleuchtet, Beziehungsgeschichten und gesellschaftliche Debatten eingeordnet, Technologiethemen verständlich erklärt, Unterhaltungsnews aus Film, Musik und Reality-TV verfolgt und Wirtschaftsnachrichten für echte Menschen greifbar gemacht. News Zentral habe ich im Mai 2026 gegründet, weil mir ein deutschsprachiges Portal gefehlt hat, das all diese Themen mit dem gleichen journalistischen Anspruch behandelt, egal ob es um einen Bundesliga-Spieltag geht, die neueste Affäre aus dem Showbusiness oder eine politische Entscheidung, die das Land bewegt. Ich schreibe hier täglich, zu allem, was gerade zählt.

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