Roxane Depardieu ist Malerin, Bildhauerin und eine Tochter von Gérard Depardieu. Bekannt wurde sie zunächst über ihre Kunst, ausgestellt in Paris und in der Schweiz. Im Frühjahr 2025 rückte sie aus einem anderen Grund in die Öffentlichkeit: Sie begleitete ihren Vater durch dessen Gerichtsprozess wegen sexueller Übergriffe. Fast ein Jahr später erklärte sie auf Instagram, warum sie trotzdem zu ihm steht, mit einem Detail aus ihrer eigenen Kindheit, das bis dahin niemand kannte.
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Wer ist Roxane Depardieu?
Geboren wurde sie am 28. Januar 1992 in Frankreich. Ihr Vater ist Gérard Depardieu, ihre Mutter die Regisseurin und Autorin Karine Silla. Die beiden waren zwischen 1992 und 1996 ein Paar. Ihren Namen trägt sie nicht zufällig: Sowohl ihr Vater als auch ihr späterer Stiefvater, der Schauspieler Vincent Perez, spielten 1990 im Film „Cyrano de Bergerac“ mit, dessen weibliche Hauptfigur Roxane heißt.
Die wichtigsten Fakten im Überblick:
- Geburtsdatum: 28. Januar 1992
- Eltern: Gérard Depardieu und Karine Silla
- Halbgeschwister väterlicherseits: Guillaume Depardieu (gestorben 2008), Julie Depardieu, Jean Depardieu
- Halbgeschwister mütterlicherseits: Iman, Pablo und Tess Perez, Kinder von Karine Silla und Vincent Perez
- Beruf: Malerin und Bildhauerin
- Familie mütterlicherseits: ihre Tante Virginie Besson-Silla ist mit Regisseur Luc Besson verheiratet
Ihre Mutter, Karine Silla, wurde 1965 in Dakar geboren und heiratete 1998 den Schweizer Schauspieler Vincent Perez.
Kunst als erster Beruf
Bevor der Name Depardieu sie in eine ganz andere Geschichte zog, stand sie für Bilder, Tuschezeichnungen und Skulpturen. Ihre erste eigene Ausstellung trug den Titel „Mr OTTO Noselong“ und lief in der Pariser Galerie Catherine Houard, mit einer von ihr geschaffenen Skulptur ihres 2008 verstorbenen Halbbruders Guillaume als zentralem Werk. Nach eigener Beschreibung drehen sich fast alle ihre Arbeiten um Porträts.
Im Oktober 2020 stellte sie einen Monat lang im Château des Tourelles in Paris aus. Im Frühjahr 2021 folgte ihre erste Ausstellung im Ausland, fünf Monate lang im Château de La Sarraz und im Musée du Cheval in der Schweiz. Pferde und Natur tauchen in ihren Bildern immer wieder auf, sie reitet selbst seit Jahren.
Der Prozess gegen ihren Vater
Im März 2025 stand Gérard Depardieu vor dem Pariser Strafgericht. Eine Ausstatterin und eine Regieassistentin warfen ihm vor, sie während der Dreharbeiten zu „Les Volets Verts“ im Jahr 2021 bedrängt und unangemessen berührt zu haben, eine von ihnen sprach zusätzlich von anzüglichen Bemerkungen. Es war der erste Fall, der überhaupt vor Gericht kam, obwohl im Lauf der Jahre rund 20 Frauen Vorwürfe gegen ihn erhoben hatten, wie Gulf News berichtete.
Die damals 33-jährige Roxane begleitete ihren Vater zu mehreren Verhandlungstagen, einmal in einem schwarzen Sweatshirt der Marke Rip’n’Dip, komplett bedruckt mit einem Schimpfwort. Dasselbe Kleidungsstück hatte sie Jahre zuvor bei einem Reitturnier in Paris getragen.
Am 13. Mai 2025 wurde ihr Vater zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, dazu kamen eine Geldstrafe und der Eintrag ins französische Register für Sexualstraftäter. Zur Urteilsverkündung war er nicht im Gerichtssaal, er drehte zu diesem Zeitpunkt einen Film in Portugal. Das Urteil fiel zufällig auf den Eröffnungstag der Filmfestspiele von Cannes. Er kündigte an, gegen das Urteil in Berufung zu gehen. NPR berichtete ausführlich über den Fall, der als eines der bedeutendsten MeToo Verfahren Frankreichs gilt.
Der Instagram Beitrag vom Februar 2026
Monatelang hatte sie rassistische und homophobe Kommentare hingenommen, weil sie ihren Vater vor Gericht begleitet hatte. Am 10. Februar 2026 änderte die inzwischen 34-jährige Künstlerin ihre Strategie. In einem langen Beitrag, weitergeteilt von ihrer Cousine, der Sängerin Alexiane, beschrieb sie sich selbst als „gemischtrassige Lesbierin, schwarz und weiß, tief verliebt in eine Frau“, wie 20 Minuten berichtete.
Danach schilderte sie mehrere Übergriffe aus ihrem eigenen Leben. Mit sechs Jahren sei sie von einem Mann angegriffen worden, den sie als Psychopathen bezeichnete, über einen Zeitraum von fast zehn Jahren hinweg. Der Mann sitze ihren Angaben zufolge inzwischen im Gefängnis. Mit sieben Jahren sei es während eines Ausritts zu einem weiteren Übergriff gekommen, durch einen Erwachsenen, der eigentlich auf sie hätte aufpassen sollen. Mit 25 habe ein Mann aus dem medizinischen Umfeld sie betäubt und sich an ihr vergangen.
Nutzern, die ihr online Ähnliches gewünscht hatten, hielt sie entgegen, dass Trolle sich offenbar sehr langweilen müssten, wenn sie sich derart mit ihrem Leben beschäftigten. Gleichzeitig kritisierte sie Feministinnen, die sie als fanatisch bezeichnete, und schrieb, Wut mache alles komplizierter, Hass erzeuge nur mehr Hass.
Widerspruch oder nicht
Eine Frau, die selbst mehrfach Opfer sexualisierter Gewalt wurde, steht gleichzeitig zu einem Vater, der wegen sexueller Übergriffe verurteilt ist. Manche lesen darin einen klaren Widerspruch. Andere sehen darin vor allem eine Erwartung von außen, dass Betroffene automatisch eine bestimmte Haltung einnehmen müssten, sobald ihre eigene Geschichte bekannt wird.
In ihrem Beitrag hat sich Roxane Depardieu keiner der beiden Lesarten eindeutig angeschlossen. Sie hat ihren Vater nicht infrage gestellt. Sie hat sich aber auch nicht als Symbol einer Bewegung angeboten, die von ihr eine klare Position erwartet hätte.
Ihr Vater kündigte im Mai 2025 an, gegen sein Urteil in Berufung zu gehen. Ein öffentlicher Termin für die Berufungsverhandlung lag bis zuletzt nicht vor.
Hinweis: Wer selbst von sexualisierter Gewalt betroffen ist, findet beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Nummer 08000 116 016 kostenlose und anonyme Beratung, rund um die Uhr, in mehreren Sprachen.

