Wer ist Okka Gundel? Karriere, Krankheit und ihr Engagement

Okka Gundel moderiert seit 2008 für die ARD, unter anderem die Tagesthemen, die Sportschau und das Morgenmagazin, und ist bundesweit vor allem als Sportjournalistin bekannt. Weniger bekannt ist, wie lange sie sich schon abseits der Kamera engagiert, Jahre bevor sie 2020 selbst an Brustkrebs erkrankte.

Ihre Großmutter hatte Alzheimer. Gundel hat später öffentlich beschrieben, wie ihre Großmutter sie eines Nachmittags in einem Café nicht mehr erkannte. Aus dieser Erfahrung entstand ihr Engagement für die Alzheimerforschung, lange bevor Krankheit auch in ihrem eigenen Leben eine Rolle spielte.



Vom Volontariat beim WDR bis in die ARD

Okka Gundel wurde am 28. Dezember 1974 in Aurich in Ostfriesland geboren, heute ist sie 51 Jahre alt. Ihre Mutter war Lehrerin, ihr Vater Kapitän, und ihr älterer Bruder Jan-Uwe Gundel spielte selbst Fußball auf hohem Niveau. Nach dem Abitur ging sie zunächst nach Paris an die Sorbonne, später nach Göttingen und Nizza. Sie studierte Französisch, dann Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Sportwissenschaften, Publizistik und Soziologie, und schloss als Magistra ab. Während des Studiums sammelte sie erste journalistische Erfahrung beim Göttinger Tageblatt und beim NDR.

Danach begann sie eine Promotion zum Thema Personal Branding im Hochleistungssport. Abgeschlossen hat sie diese Arbeit nie. 2002 wechselte sie zum WDR nach Köln, absolvierte dort ihr Volontariat und moderierte ab 2004 verschiedene Sportsendungen. Seit 2008 gehört sie zur ARD. Für die Nordwest-Zeitung arbeitet sie zusätzlich seit 2011 als Kolumnistin und war bei der Fußball-EM 2016 in Frankreich als Korrespondentin vor Ort. Auch für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und den Spiegel hat sie geschrieben.

2006 erhielt sie den German Paralympic Media Award für ihre Berichterstattung von der Fußball-Weltmeisterschaft für Menschen mit geistiger Behinderung, lange bevor Alzheimer oder Brustkrebs überhaupt Thema in ihrem öffentlichen Leben waren. 2011, pünktlich zur Frauenfußball-WM in Deutschland, veröffentlichte sie ihr Buch „Elf Freundinnen müsst ihr sein“ über die Geschichte und die Spielerinnen des deutschen Frauenfußballs.


Das Engagement vor der eigenen Erkrankung

Seit 2012 ist Gundel Erste Botschafterin der Alzheimer Forschung Initiative e.V. mit Sitz in Düsseldorf. Ihre eigene Brustkrebsdiagnose kam erst acht Jahre später, im Jahr 2020. Ausgangspunkt für ihr Engagement war nicht die eigene Gesundheit, sondern die ihrer Großmutter.

„Meine Großmutter hatte Alzheimer. Ich erinnere mich noch genau daran, wie es war, als sie mich eines Tages im Café nicht erkannte.“

So beschreibt sie es selbst auf der Website der Alzheimer Forschung Initiative. Aus dieser Erfahrung ist über die Jahre einiges an konkreter Arbeit entstanden:

  • Sie schreibt einen eigenen Blog mit dem Titel „Bleibt stark“ für Menschen mit Alzheimer und deren Angehörige.
  • Sie verfasste das Vorwort zum AFI-Kinderbuch „AFi-KiDS wissen mehr“ und taucht darin selbst als Comicfigur auf.
  • Sie moderiert Aufklärungsveranstaltungen und liest an Schulen aus dem Kinderbuch vor, gemeinsam mit älteren Menschen aus Seniorenzentren.
  • Einen Gewinn von 5.000 Euro aus einer Fernsehshow teilte sie mit ihrer Finalgegnerin und spendete ihren Anteil an die Alzheimer Forschung Initiative.

2022 wurde sie für dieses ehrenamtliche Engagement mit dem Health Media Award ausgezeichnet.


Die Diagnose im Jahr 2020

2020 erhielt Okka Gundel im Alter von 47 Jahren die Diagnose Brustkrebs. In einem Interview mit dem AOK-Magazin beschrieb sie ihre erste Reaktion so, dass sie in Gedanken ihren Freundeskreis durchgegangen sei und gedacht habe, sie sei nun eben die eine von acht Frauen, die im Leben an Brustkrebs erkrankt. Ihre eigene Mutter hatte drei Jahre zuvor dieselbe Diagnose bekommen.

Besonders schwer war die Frage, wie sie es ihren drei Kindern sagen sollte, damals zwölf, neun und sieben Jahre alt. Sie wartete, bis die komplette Diagnostik abgeschlossen war, um die schwierige Nachricht direkt mit der Aussicht auf Heilung verbinden zu können. Am Küchentisch erklärte sie ihnen dann, dass sie krank sei, die Therapie aber gute Chancen biete. Jedes Kind reagierte auf seine eigene Weise.

Während der Chemotherapie pausierte sie monatelang. Im November 2020 kehrte sie mit neuem Look in die Tagesthemen zurück.


Krebsfrei und mit neuer Aufgabe: Gundel heute

Sechs Jahre nach der Diagnose bezeichnet sich Gundel nach eigenen Angaben als krebsfrei. Bei der Yes!Con, einer Convention für Krebsbetroffene in Berlin, sprach sie im Sommer 2026 gemeinsam mit anderen Erkrankten offen über ihre Erfahrung. Über die Rexrodt von Fircks Stiftung setzt sie sich außerdem dafür ein, dass bei einer Krebserkrankung nicht nur die erkrankte Person begleitet wird, sondern auch Partner und Kinder.

Im Juli 2026 kam eine weitere Aufgabe dazu. Nach einer Hospitation im Palliativzentrum der Uniklinik Düsseldorf wurde sie Botschafterin der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin. Die Gesellschaft teilte dazu mit, wie beeindruckt Gundel von der offenen und wertschätzenden Atmosphäre auf der Station gewesen sei. Im Mittelpunkt stehe dort erkennbar der Mensch, nicht die Krankheit selbst.

Seit 2022 ist sie zudem Botschafterin der Brustkrebsplattform PINK, seit 2023 engagiert sie sich bei der Mediensucht-Prävention NRW in Köln.


Privates: Köln, drei Kinder und klare Grenzen

Gundel lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern, zwei Töchtern und einem Sohn, in Köln. Über ihren Mann ist öffentlich kaum etwas bekannt. Während sie über ihre eigene Erkrankung und die ihrer Großmutter auffällig offen spricht, bleibt dieser Teil ihres Lebens bewusst außen vor.

Die wichtigsten Stationen im Überblick

JahrEreignis
1974Geboren am 28. Dezember in Aurich
2002Wechsel zum WDR, Beginn Volontariat
2006German Paralympic Media Award
2008Start bei der ARD
2011Buch „Elf Freundinnen müsst ihr sein“
2012Erste Botschafterin der Alzheimer Forschung Initiative
2020Eigene Brustkrebsdiagnose
2022Botschafterin bei PINK, Health Media Award
2023Botschafterin Mediensucht-Prävention NRW
2026Botschafterin der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin

Die Palliativmedizin ist damit die vierte ehrenamtliche Aufgabe neben Gundels beruflicher Arbeit für die ARD, wo sie weiterhin regelmäßig vor der Kamera steht.


Quellen: Wikipedia, Alzheimer Forschung Initiative, PINK Brustkrebs Magazin, Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, brisant

Dennis Luft
Dennis Lufthttps://newszentral.de/
Ich bin in Nürnberg aufgewachsen, habe dort Journalismus studiert und anschließend über neun Jahre für lokale Verlage in der Metropolregion gearbeitet. In dieser Zeit habe ich gelernt, dass ein guter Journalist kein Ressort braucht: Ich habe politische Entwicklungen begleitet, Sportereignisse von der Bundesliga bis zur Champions League aufbereitet, Prominente porträtiert und ihre Hintergründe beleuchtet, Beziehungsgeschichten und gesellschaftliche Debatten eingeordnet, Technologiethemen verständlich erklärt, Unterhaltungsnews aus Film, Musik und Reality-TV verfolgt und Wirtschaftsnachrichten für echte Menschen greifbar gemacht. News Zentral habe ich im Mai 2026 gegründet, weil mir ein deutschsprachiges Portal gefehlt hat, das all diese Themen mit dem gleichen journalistischen Anspruch behandelt, egal ob es um einen Bundesliga-Spieltag geht, die neueste Affäre aus dem Showbusiness oder eine politische Entscheidung, die das Land bewegt. Ich schreibe hier täglich, zu allem, was gerade zählt.

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