Jana Maradona: Aussage 2026 und ihr Leben in Uruguay

Jana Maradona sitzt seit Stunden vor dem Tribunal Oral Nr. 7 in San Isidro, als sie einen Satz sagt, der am Tag darauf durch die argentinische Presse geht: „Ich habe geglaubt, Luque sei ehrlich. Aber nach dem, was wir heute in den Chats gesehen haben, war ich wohl bloß dumm genug, ihm zu vertrauen.“ Der Satz fällt am 19. Mai 2026 und richtet sich gegen Leopoldo Luque, den Neurochirurgen, der die häusliche Pflege ihres Vaters Diego Maradona mitorganisiert hatte. Vier Stunden lang sagt Jana an diesem Tag aus, mehrmals unter Tränen. Es ist nicht das erste Mal, dass sie in diesem Saal über den Tod ihres Vaters sprechen muss, und es wird nach aktuellem Stand des Verfahrens auch nicht das letzte Mal sein.

Nach Buenos Aires kommt sie inzwischen fast nur noch, wenn das Gericht sie ruft. Ihr eigentliches Leben hat Jana Maradona sich in Uruguay aufgebaut, mit einem Unternehmen, das ihren Nachnamen an keiner Stelle trägt. Wer ist diese Frau, und warum beschäftigt sie die Öffentlichkeit im Sommer 2026 wieder so stark?



Wer ist Jana Maradona?

Jana Maradona Sabalain wurde am 4. April 1996 in Buenos Aires geboren und ist mittlerweile 30 Jahre alt. Ihre Mutter Valeria Sabalain war 18, als sie Diego Maradona in einem Nachtclub in Buenos Aires kennenlernte, zu einer Zeit, in der er noch mit Claudia Villafañe verheiratet war. Die Beziehung dauerte wenige Monate. Als Valeria ihm von der Schwangerschaft erzählte, brach der Kontakt ab.

Diego Maradona weigerte sich mehrfach, einen Vaterschaftstest machen zu lassen. Erst 1999 stellte ein argentinisches Gericht anhand von Zeugenaussagen fest, dass Jana seine Tochter ist, und ordnete Unterhaltszahlungen an. Ihre Mutter zog sie allein groß, bewusst fern von Medien und dem Umfeld des Fußballstars.

Jana ist die jüngste von drei rechtlich anerkannten Töchtern Diego Maradonas. Zu ihren Geschwistern zählen Dalma und Gianinna, aus seiner Ehe mit Claudia Villafañe, sein Sohn Diego Maradona Junior, den er erst 2016 offiziell anerkannte, sowie der jüngste Sohn Diego Fernando, dessen Mutter Verónica Ojeda ist. 2021 bestätigte die argentinische Justiz alle fünf Kinder als gesetzliche Erben.


Wie sie ihren Vater kennenlernte

Persönlich trafen sich Jana und ihr Vater erstmals 2015, als sie 19 war. Sie war mit ihrer Mutter in einem Einkaufszentrum im Stadtteil Palermo unterwegs, als eine befreundete Journalistin ihnen mitteilte, dass Diego Maradona in einem nahegelegenen Fitnessstudio trainierte. Jana ging hin, meldete sich an der Rezeption und stellte sich als seine nicht anerkannte Tochter vor. Das Treffen dauerte etwa 15 Minuten.

Von da an entwickelte sich über die Jahre eine Beziehung zwischen den beiden. Jana begleitete ihren Vater später bei einer Knieoperation und beschrieb ihn öffentlich als jemanden, der in den letzten Jahren seines Lebens versucht habe, frühere Fehler wiedergutzumachen.


Der Prozess um den Tod von Diego Maradona

Diego Maradona starb am 25. November 2020 an einem Lungenödem, während er sich nach einer Gehirnoperation in häuslicher Pflege befand. Acht Mitglieder seines medizinischen Teams stehen deswegen vor Gericht, angeklagt wegen möglichen Eventualvorsatzes, mit Strafen zwischen acht und 25 Jahren Haft. Im Zentrum stehen der Neurochirurg Leopoldo Luque, die Psychiaterin Agustina Cosachov und der Psychologe Carlos Díaz, dazu fünf weitere Angehörige des Pflege- und Koordinationsteams.

Der erste Prozess begann 2025 und wurde wenige Monate später annulliert, nachdem die zuständige Richterin Julieta Makintach heimlich an einem nicht genehmigten Dokumentarfilm über das laufende Verfahren mitgewirkt hatte. Zwei weitere Richter traten zurück, ein neues Gericht übernahm den Fall. Seit dem 14. April 2026 läuft der zweite Prozess vor dem Tribunal Oral Nr. 7 in San Isidro, an drei Tagen pro Woche.


Was Jana Maradona vor Gericht aussagte

Jana Maradona ist keine bloße Nebenfigur in diesem Verfahren. Sie gehörte zu den Personen, die das offizielle Dokument mitunterzeichneten, mit dem ihr Vater aus der Clínica Olivos entlassen und in häusliche Pflege überführt wurde. Das gibt ihrer Aussage ein Gewicht, das über persönliche Erinnerung hinausgeht.

In ihrer Aussage vom Mai 2026 beschrieb sie die Betreuung ihres Vaters als ein System aus mehreren Kreisen: im inneren Kreis Luque, Cosachov und Díaz, im äußeren Kreis das Pflegepersonal und die Klinik Swiss Medical. Sie schilderte ein Treffen in der Clínica Olivos, bei dem Luque darauf drängte, die Betreuung persönlich zu übernehmen, und sprach offen über ihre wachsenden Zweifel in den letzten Wochen vor dem Tod ihres Vaters.

Besonders eindringlich war ihre Schilderung des 25. November 2020 selbst. Sie war mit ihrer Halbschwester Gianinna auf dem Weg zum Mittagessen mit ihrem Vater, nachdem sie ihn eine Woche lang nicht besucht hatte, auf Rat des Psychologen Carlos Díaz, der der Familie geraten hatte, ihm Raum zu geben. Unterwegs erhielt sie eine Beileidsnachricht vom Vater einer Freundin, die sie zunächst ignorierte, weil im Fernsehen schon öfter falsche Meldungen über ihren Vater kursiert waren. Kurz darauf schrieb ihr ihr Cousin, dass ihr Vater einen Herzstillstand erlitten habe. Die Bestätigung seines Todes hörte sie schließlich im Radio.


Ihr Leben in Uruguay, fernab des Namens Maradona

Ihre Halbschwestern Dalma und Gianinna bleiben in Argentinien öffentlich präsent, teils im Fernsehen, teils als eigenständige Prozessparteien. Jana ist einen anderen Weg gegangen. Sie zog zunächst nach Punta del Este, später nach Montevideo, wo sie inzwischen lebt. Bekannt wurde ihr Wohnort durch ihre Schwester Gianinna, die es öffentlich erwähnte. Über die Stadt selbst sagte Jana in einem Interview mit einem argentinischen Medium, sie sei komplett verliebt in die Rambla von Montevideo, die Uferpromenade der Stadt, und wisse gar nicht, ob die Menschen dort sie so sehr schätzen wie sie selbst. Für sie sei die Rambla ein echtes Paradies.

Dort betreibt sie ein eigenes Unternehmen namens Venere Make Up, das sie über ihr Instagram-Konto @venerebyjana bewirbt. Im Angebot stehen Glitzer- und Neon-Make-up, individuelle Körperkunst und Tattoo-Motive für private Veranstaltungen und Partys, dazu Auftritte bei größeren Events, zusammen mit der Agentur CMC América. Auf ihrem persönlichen Instagram-Konto @janamaradona folgen ihr mittlerweile über 300.000 Menschen, in ihrer Profilbeschreibung steht neben den Flaggen Argentiniens und Uruguays nur ein Satz: Irgendwann verbindet sich alles.

Bemerkenswert daran ist, dass der Name Maradona in ihrem Unternehmen an keiner einzigen Stelle auftaucht, obwohl genau dieser Name über Jahre der Grund war, warum überhaupt über sie berichtet wurde.


Wie es mit dem Prozess weitergeht

Ein Urteil ist bislang nicht in Sicht. Mehrere Verhandlungstage wurden bereits durch Zwischenfälle und Einwände der Verteidigung verzögert, zuletzt musste eine Sitzung wegen eines internen Eklats rund um Leopoldo Luque unterbrochen werden. Bis Ende Juli 2026 fanden die Anhörungen sogar während der Gerichtsferien statt, weil das Prozessrecht der Provinz Buenos Aires eine Unterbrechung von mehr als zehn Tagen nicht erlaubt.

Für Jana Maradona bedeutet das, in den kommenden Monaten weiterhin zwischen Montevideo und San Isidro zu pendeln, jedes Mal, wenn das Gericht sie erneut dazu auffordert.


Quellen:

Dennis Luft
Dennis Lufthttps://newszentral.de/
Ich bin in Nürnberg aufgewachsen, habe dort Journalismus studiert und anschließend über neun Jahre für lokale Verlage in der Metropolregion gearbeitet. In dieser Zeit habe ich gelernt, dass ein guter Journalist kein Ressort braucht: Ich habe politische Entwicklungen begleitet, Sportereignisse von der Bundesliga bis zur Champions League aufbereitet, Prominente porträtiert und ihre Hintergründe beleuchtet, Beziehungsgeschichten und gesellschaftliche Debatten eingeordnet, Technologiethemen verständlich erklärt, Unterhaltungsnews aus Film, Musik und Reality-TV verfolgt und Wirtschaftsnachrichten für echte Menschen greifbar gemacht. News Zentral habe ich im Mai 2026 gegründet, weil mir ein deutschsprachiges Portal gefehlt hat, das all diese Themen mit dem gleichen journalistischen Anspruch behandelt, egal ob es um einen Bundesliga-Spieltag geht, die neueste Affäre aus dem Showbusiness oder eine politische Entscheidung, die das Land bewegt. Ich schreibe hier täglich, zu allem, was gerade zählt.

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