Carla Cutugno saß am 24. August 2023 in der ersten Bankreihe der Basilika Santi Nereo e Achilleo in Mailand, als der Sarg ihres Mannes aus der Kirche getragen wurde. Ihr Mann war der italienische Sänger Toto Cutugno, bürgerlich Salvatore Cutugno, bekannt für „L’Italiano“ und den Sieg beim Eurovision Song Contest 1990.
Geboren wurde er 1943 im toskanischen Tendola. Die beiden heirateten im Oktober 1971. Gemeinsame Kinder hatten sie nicht. Cutugno starb im August 2023 im Alter von 80 Jahren, nach Jahren mit einer Krebserkrankung.
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Die Beziehung mit Cristina und ein Sohn, der lange nichts wusste
In den Achtzigerjahren hatte Cutugno eine Beziehung zu einer Frau namens Cristina, einer Flugbegleiterin, die er auf einem Flug kennenlernte. Der gemeinsame Sohn kam am 16. Dezember 1989 zur Welt. Für Jahre wusste der Junge nicht, dass sein Vater der bekannte Sänger war: Cutugno hatte ihm erzählt, er sei Ingenieur und deshalb oft monatelang unterwegs. Die Wahrheit kam heraus, als der Junge das Foto seines Vaters auf dem Titelblatt der Zeitschrift La Settimana Enigmistica sah; sein Großvater väterlicherseits erklärte ihm daraufhin die Zusammenhänge. Offiziell anerkannt wurde er erst 1997, im Alter von acht Jahren, und erhielt erst dann auch den Nachnamen Cutugno.
Nach der Anerkennung näherten sich Vater und Sohn langsam an, und der Sohn zog später nach Mailand, in die Nähe seines Vaters. Er trägt heute meist den Namen Niko, in einigen italienischen Berichten auch Nicolò oder Nicola. Studiert hat er Wirtschaftswissenschaften; inzwischen arbeitet er unter anderem als Breathwork-Coach.
Das einzige ausführliche Interview über seine Frau
Am 9. Dezember 2018 erschien im Corriere della Sera ein langes Interview mit Cutugno. Auf eine Frage zu seinem Duettpartner Ray Charles erzählte er, wie beeindruckt er gewesen sei, dass Ray Charles bei ihrer Begegnung alles über ihn wissen wollte, auch über seine Familie. Der Journalist fragte direkt nach: auch über seinen Sohn, seine Frau und dessen Mutter? Cutugno erzählte in seiner Antwort die ganze Geschichte.
„Carla poteva cacciarmi di casa e invece non lo ha fatto.“
Sinngemäß: Sie hätte ihn vor die Tür setzen können, tat es aber nicht. Stattdessen habe sie darauf bestanden, dass er seinen Sohn anerkennt und ihm seinen Nachnamen gibt.
Es ist das einzige Mal, dass Cutugno sich in dieser Ausführlichkeit öffentlich zu seiner Frau geäußert hat. Einen Nachnamen für Carla nennt das Interview nicht, ebenso wenig ihr Alter oder ihren Geburtsort. Auch spätere Berichte, etwa in Il Giornale und Il Mattino, führen keine dieser Angaben.
Krankheit, Tod und die Beerdigung in derselben Kirche
2007, ein Jahr nach seinem letzten Studioalbum, wurde bei Cutugno Prostatakrebs festgestellt. Ärzte entfernten ihm eine Niere. In den folgenden Jahren trat er nur noch sitzend auf, mit einem Hocker auf der Bühne: „Ich kann nicht mehr drei Stunden lang gehen“, sagte er in einem späteren Interview. Sein Kollege Al Bano soll ihn dazu gedrängt haben, sich untersuchen zu lassen; Cutugno bezeichnete das später als lebensrettend. Am 22. August 2023 starb er im Mailänder San-Raffaele-Krankenhaus. Sein Management bestätigte den Tod gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.
Zwei Tage später fand die Trauerfeier in derselben Basilika Santi Nereo e Achilleo statt, in der Carla und Toto 52 Jahre zuvor geheiratet hatten; das erwähnte auch Pfarrer Don Gianluigi Panzeri in seiner Predigt. Carla saß mit ihrem Stiefsohn in der ersten Bankreihe, umgeben von Trauergästen wie den Sängern Gianni Morandi, Pupo, Fausto Leali und Ivana Spagna sowie dem Komponisten Mario Lavezzi. Gigi D’Alessio schickte einen Blumenkranz. Als der Sarg die Kirche verließ, stimmten die Anwesenden gemeinsam „L’Italiano“ an, wie die Mailänder Zeitung Il Giorno berichtete.
Fotos der Nachrichtenagentur AFP zeigen Carla und ihren Stiefsohn hinter dem Sarg und später neben ihm stehend. Öffentliche Fotos von ihr sind selten, die bekanntesten stammen von diesem Tag.
Das Buch des Sohnes und der dritte Jahrestag
2025 veröffentlichte der Sohn beim Verlag Baldini + Castoldi das Buch „Fino all’ultimo respiro. Storia di Niko e di suo padre Toto“. Für das Buch hat er nach eigenen Angaben 39 Tagebücher seines Vaters durchgearbeitet. Am 24. Mai 2025 stellte er es in der Sendung Verissimo bei Silvia Toffanin vor. Ein Jahr zuvor, am 5. Mai 2024, war er bereits bei Mara Venier in Domenica In zu Gast. In der Berichterstattung zu beiden Auftritten taucht regelmäßig dasselbe Zitat auf, das sein Vater 2018 dem Corriere della Sera gegeben hatte.
Vor einer Woche, am 22. August 2026, jährte sich Cutugnos Tod zum dritten Mal. In den Rückblicken, die dazu erschienen, ging es vor allem um seine Musik, etwa um „L’Italiano“ und den Eurovision-Sieg von 1990. Ein Interview mit ihr selbst oder ein eigenes Zitat von ihr ist bislang nicht bekannt.

