Mino Fulco stand am 6. Juli 2026 im Betreuerstab, als Brasilien mit einer 1:2-Niederlage gegen Norwegen im Achtelfinale das früheste WM-Aus der Seleção seit 1990 erlebte. Fulco arbeitet seit Mai 2025 als Head of Performance and Sport Science für den brasilianischen Verband und hat seit 2012 kaum eine wichtige Station seines Schwiegervaters Carlo Ancelotti ausgelassen.
Inhaltsverzeichnis
Kurzprofil
- Name: Beniamino „Mino“ Fulco
- Geboren: 10. Juni 1985 in Mondragone, Provinz Caserta
- Beruf: Sportwissenschaftler, zuletzt Head of Performance and Sport Science
- Verheiratet mit: Katia Ancelotti, seit dem 6. Juni 2014
- Aktuelle Station: Brasilianischer Fußballverband, seit Mai 2025
Wer ist Mino Fulco?
Aufgewachsen ist Fulco in Mondragone, einer Kleinstadt mit rund 28.000 Einwohnern in der Provinz Caserta, bekannt eher für Wachteljagd und eine Burg aus normannischer Zeit als für internationalen Spitzenfußball. Als Jugendlicher spielte er selbst Fußball, beim Lokalverein Mondragonese, wo er nach Angaben lokaler Medien Mannschaftskapitän war. Danach besuchte er das Liceo Scientifico Galileo Galilei in seiner Heimatstadt und studierte anschließend an der Universität Siena.
Seit 2014 ist Fulco mit Katia Ancelotti verheiratet, der Tochter von Carlo Ancelotti. Die Hochzeit fand in der Benediktinerkirche Sant’Angelo in Formis bei Capua statt. Das Paar hat gemeinsame Kinder und kehrt weiterhin regelmäßig nach Mondragone zurück, wie CasertaNews berichtete, als Fulco 2018 offiziell zum Trainerstab des SSC Neapel stieß.
Vom Provinzverein in Mondragone zu Real Madrid und Bayern München
Fulcos beruflicher Weg folgt fast eins zu eins der Trainerkarriere seines Schwiegervaters, angefangen bei dessen Station bei Paris Saint Germain im Jahr 2012.
| Zeitraum | Station | Funktion |
|---|---|---|
| ab 2012 | Paris Saint Germain | Einstieg ins Umfeld von Ancelotti |
| 2013 bis 2015 | Real Madrid | Ernährungsberater |
| 2016 bis 2017 | Bayern München | Ernährungsberater |
| 2018 | SSC Neapel | Bindeglied zwischen Technik-, Medizin- und Spielerstab |
| bis 2021 | FC Everton | Ernährungsberater |
| 2021 bis 2025 | Real Madrid | Fitnesscoach und technischer Assistent |
| seit Mai 2025 | Brasilianischer Fußballverband | Head of Performance and Sport Science |
Beim FC Bayern München führte ihn Eurosport Deutschland 2016 offiziell als Ernährungsberater im Betreuerstab, direkt neben Namen wie Hermann Gerland und Davide Ancelotti, dem Sohn des Trainers. Bei Real Madrid verschob sich seine Aufgabe später von reiner Ernährungsberatung hin zu Fitness und Leistungssteuerung. Diesen Weg setzt er heute bei der brasilianischen Nationalmannschaft fort.
Was macht ein Head of Performance genau?
Hinter der Berufsbezeichnung steckt eine sehr praktische Aufgabe im Alltag der Mannschaft. Laut FIFA.com arbeitet Fulco im Trainerstab der Seleção eng mit den Fitnesstrainern zusammen, mit dem Ziel, dass Spieler in bestmöglichem körperlichen Zustand zu Pflichtspielen antreten. Dazu gehören konkret:
- Belastungssteuerung während eines engen Turnierkalenders
- Abstimmung zwischen medizinischer Abteilung und Trainerteam
- individuelle Regenerationsplanung für einzelne Spieler
- Koordination von Ernährung, Schlaf und Trainingslast
Bei einer Nationalmannschaft ist diese Arbeit anspruchsvoller als im Vereinsalltag, weil Spieler aus unterschiedlichen Ligen und Trainingssystemen für wenige Wochen zusammengeführt werden. Genau dafür holte Ancelotti Fulco im Mai 2025 offiziell in seinen Stab, gemeinsam mit dem langjährigen Assistenten Paul Clement.
Ancelottis Familie im Trainerstab
Wer Ancelottis Stationen der vergangenen 14 Jahre verfolgt, findet dort immer wieder dieselben Namen. Sohn Davide Ancelotti als Assistenztrainer, Schwiegersohn Fulco im Fitness- und Ernährungsbereich, dazu die Familie Mauri als feste Größe im Athletiktrainerteam. Diese Konstante zieht sich durch Paris, Madrid, München, Neapel und inzwischen Brasilien.
In italienischen Medien fiel dazu immer wieder der Begriff Vetternwirtschaft, besonders als Fulco 2018 zu Neapel wechselte. Weniger oft gestellt wird die Gegenfrage: Ancelotti gilt seit Jahren als einer der ruhigsten Trainer im Weltfußball, und ausgerechnet in den sensibelsten Bereichen seines Staffs, dort wo es um Verletzungsrisiko und Belastung der Spieler geht, setzt er konsequent auf Menschen, die er seit Jahren kennt. Fünf Champions-League-Titel später lässt sich schwer sagen, dieses Prinzip habe seiner Bilanz geschadet.
Die WM 2026 als erste harte Prüfung
Die WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada war für dieses Modell die bisher größte Belastungsprobe, weil hier nicht mehr ein Verein, sondern ein ganzes Land Ergebnisse erwartete. Brasilien führte Gruppe C an, mit einem Remis gegen Marokko und Siegen gegen Haiti und Schottland. In der Runde der letzten 32 setzte sich das Team erst in der Nachspielzeit gegen Japan durch, ehe im Achtelfinale die Niederlage gegen Norwegen folgte, mit einem Doppelpack von Erling Haaland. Es war laut mehreren Sportmedien, darunter beIN Sports, das früheste WM-Aus Brasiliens seit 36 Jahren.
Der brasilianische Verband entschied sich trotzdem, Ancelotti bis zur WM 2030 im Amt zu halten, und mit ihm die enge Struktur um ihn, zu der auch Fulco gehört. Ausgerechnet nach der ersten wirklich schmerzhaften Niederlage dieses Systems hat sich niemand entschieden, es infrage zu stellen.
Was daraus folgt
Was als Familiengeschichte in Mondragone begann, ist inzwischen Teil eines langfristigen Projekts für eine ganze Nationalmannschaft. Der brasilianische Verband hat sich bis 2030 auf Ancelotti festgelegt, und mit ihm bleibt auch der Stab an seiner Seite, den er sich über 14 Jahre aufgebaut hat, mit Fulco als einem der am längsten dabei gebliebenen Namen. Ob sich diese Kontinuität auszahlt, entscheidet sich frühestens beim nächsten großen Turnier.
Quellen

