Sybille Beckenbauer war von 1990 bis 2004 mit Franz Beckenbauer verheiratet, der zweiten von insgesamt drei Ehen des früheren Nationaltrainers und Weltmeisters. Vor der Hochzeit hieß sie Sybille Weimar und arbeitete selbst beim Deutschen Fußball Bund.
Bildagenturen wie Getty Images haben sie seit 1990 bei mehr als 600 Anlässen fotografiert, vom Hafen von Marseille bis zu einem Golfturnier bei München im vergangenen Jahr. Über ihr Leben abseits dieser Auftritte ist dagegen erstaunlich wenig bekannt. Ein Geburtsdatum wurde nie veröffentlicht, über ihre Zeit nach der Scheidung liegen kaum belastbare Berichte vor.
Inhaltsverzeichnis
Vom DFB-Büro an die Seite des Nationaltrainers
Sybille Weimar lernte Franz Beckenbauer bereits in den 1970er Jahren kennen. Sie arbeitete damals für den Deutschen Fußball Bund und organisierte unter anderem die Reisen der Nationalmannschaft, während Beckenbauer selbst noch als Nationalspieler aktiv war.
Näher kamen sich die beiden erst Mitte der 1980er Jahre, als Beckenbauer als Bundestrainer wieder regelmäßig mit dem DFB zu tun hatte und ihre beruflichen Wege sich erneut kreuzten. Aus der Bekanntschaft wurde in den folgenden Jahren eine Beziehung, geheiratet haben Franz und Sybille Beckenbauer schließlich 1990, im selben Jahr, in dem auch seine erste Ehe mit Brigitte Wittmann endete.
Hochzeit in Kitzbühel
Im April 1990 heirateten Franz und Sybille Beckenbauer in Kitzbühel, dem österreichischen Ort, der über Jahrzehnte zum privaten Rückzugsort der Familie wurde. Die Ehe blieb kinderlos. Sybille wurde stattdessen Stiefmutter für Beckenbauers drei Söhne aus erster Ehe, Thomas, Michael und Stephan.
Nach einem Bericht des Senders brisant.de fiel ihr der Einstieg in das öffentliche Leben an Beckenbauers Seite anfangs nicht leicht. Sie habe sich bei gesellschaftlichen Anlässen häufig unwohl und einsam gefühlt.
Wie die Ehe zerbrach
1999 kam Beckenbauer bei einer Weihnachtsfeier des FC Bayern München der damaligen Vereinssekretärin Heidrun Burmester näher. Im August 2000 wurde Sohn Joel geboren, während Beckenbauer noch mit Sybille verheiratet war. Öffentlich erklärte er im Herbst 2000 noch, seine Ehe mit Sybille sei stark und werde halten.
Die wichtigsten Stationen im Überblick:
- 1999: Beckenbauer und Heidrun Burmester kommen sich bei der Weihnachtsfeier des FC Bayern näher
- 2000: Sohn Joel wird geboren, die Affäre wird öffentlich bekannt
- 2002: Beckenbauer trennt sich von Sybille und zieht aus dem gemeinsamen Anwesen in Kitzbühel aus
- 2004: Die Ehe wird nach 14 Jahren offiziell geschieden
Trennung 2002, Scheidung 2004
Dass Berichte zur Dauer der Ehe oft unterschiedliche Jahreszahlen nennen, liegt daran, dass zwischen der Trennung und der eigentlichen Scheidung zwei Jahre lagen. Bemerkenswert war vor allem der Ton, in dem die Scheidung schließlich ablief. Nach einem Bericht der Berliner Zeitung dauerte die Verhandlung vor dem Salzburger Scheidungsrichter keine volle Stunde. Freunde des Paares sprachen später von einer Scheidung in aller Freundschaft.
Sybille äußerte sich damals im Boulevardblatt Bild mit einem Satz, der oft zitiert wurde: Es helfe, wenn der Mann sich bei einer Trennung großzügig zeige, und Franz sei von Natur aus ein großzügiger Mensch. Zwei Jahre später heiratete Beckenbauer Heidi Burmester in kleinem Rahmen während der Fußball WM 2006.
Ein ruhiges Leben in Kitzbühel
Nach der Scheidung blieb Sybille Beckenbauer in Kitzbühel wohnen, mit eigenem Haus und, wie die Berliner Zeitung 2004 berichtete, zwei Hunden namens Donna und Iwan.
Einen seltenen Einblick in ihre Gedanken gibt ein Interview mit der Zeitschrift Frau im Spiegel aus dem Jahr 2007, dokumentiert über den Pressedienst Presseportal. Mit damals 59 Jahren sagte sie dort, sie habe keine Angst davor, alt zu werden, und versuche einfach, so zu sein, wie sie sei. Schönheit sei für sie keine Frage des Alters, sondern der Ausstrahlung. Ein persönliches Detail aus diesem Gespräch: Franz habe ihr einst zu einer Kurzhaarfrisur geraten, weil sie ihr besser stehe, wie sie damals fand.
Der Abschied von Franz Beckenbauer
Franz Beckenbauer starb am 7. Januar 2024 im Alter von 78 Jahren. Zwölf Tage später nahmen Zehntausende Menschen in der Münchner Allianz Arena Abschied von ihm, unter ihnen Bundespräsident Frank Walter Steinmeier und zahlreiche Weggefährten aus dem Fußball. Auf der Ehrentribüne saß seine Witwe Heidi mit den gemeinsamen Kindern Joel und Francesca.
Franz Beckenbauers Ex-Frau war bei dieser Zeremonie nicht sichtbar dabei. Ihren Abschied nahm sie auf andere Weise. Nach einem Bericht der Abendzeitung München postete sie auf Instagram ein Jugendfoto von Franz Beckenbauer mit den Worten: Du warst ein ganz Großer, eine großartige Persönlichkeit, ein liebenswerter und liebevoller Mensch.
Es war eine der wenigen öffentlichen Äußerungen, die sie seit der Scheidung über ihn gemacht hat.
Öffentliche Auftritte bis heute
Mehr als 20 Jahre nach der Scheidung bewegt sich Sybille Beckenbauer weiterhin im bayerisch österreichischen Gesellschaftsleben. Bildagenturen dokumentieren ihre Teilnahme unter anderem bei folgenden Anlässen:
- Hahnenkamm Rennen in Kitzbühel, mehrfach dokumentiert, unter anderem 2015 und 2023
- Circus Krone Premiere in München im Dezember 2023
- Lederhosn Charity Golf Cup bei Aying nahe München im Mai 2025
Zwischen der frühesten und der bislang letzten dieser Aufnahmen liegen mehr als drei Jahrzehnte. Sie zeigen, dass Sybille Beckenbauer Teil desselben gesellschaftlichen Kreises geblieben ist, obwohl ihre offizielle Verbindung zur Familie Beckenbauer seit über 20 Jahren beendet ist.
Was bis heute unbekannt bleibt
Trotz jahrzehntelanger medialer Präsenz bleiben einige grundlegende Fakten offen. Ein genaues Geburtsdatum wurde nie veröffentlicht. Aus zwei Altersangaben in Zeitungsberichten, 56 Jahre im November 2004 und 59 Jahre im Jahr 2007, lässt sich lediglich ein Geburtsjahr um 1947 oder 1948 ableiten. Das würde sie heute auf ein Alter von etwa 78 Jahren schätzen lassen.
Über ihre Ausbildung, ihre Familie oder eine berufliche Tätigkeit nach 2004 gibt es keine belastbaren Angaben. Auch ein eigenes, aktuelles Interview aus den vergangenen Jahren ist nicht auffindbar. Die letzte dokumentierte Aussage von ihr stammt aus dem Gespräch von 2007.

