Jonathan Anbeh wurde im Jahr 2000 in Berlin geboren. Seine Mutter ist die Schauspielerin Suzan Anbeh, sein Vater der österreichische Schauspieler Bernhard Schir. Öffentlich aufgetreten ist er genau einmal — als Zwölfjähriger im Januar 2013 neben seiner Mutter bei einer Berliner Filmpremiere. Was Jonathan Anbeh heute macht, ist nicht bekannt. Kein Interview, kein bestätigtes Social-Media-Profil, keine Pressepräsenz.
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Der einzige dokumentierte Auftritt
Am 29. Januar 2013 fotografierte Anita Bugge für Getty Images zwei Menschen vor dem Cinestar am Potsdamer Platz in Berlin: Suzan Anbeh und ihren Sohn Jonathan. Der Anlass war die Deutschland-Premiere von Kokowääh 2 — ein Film, in dem seine Mutter keine Rolle spielte. Sie war als Gast gekommen, Jonathan begleitete sie.
Das Bild liegt im Getty-Archiv. Die Bildunterschrift lautet:
„Suzan Anbeh; Jonathan Anbeh, Kokowaeaeh 2, Deutschlandpremiere, Berlin, 29.01.2013″
Das ist der einzige belegte öffentliche Auftritt von Jonathan Anbeh. In keiner Besetzungsliste, keinem Pressebericht und keinem verifizierten Profil taucht sein Name danach noch auf.
Seine Mutter: Suzan Anbeh
Suzan Anbeh wurde am 18. März 1970 in Oberhausen geboren. Ihr Vater stammte aus dem Iran, wo er als Arzt arbeitete, ihre Mutter aus Frankreich. Mit siebzehn Jahren brach sie die Schule ab und zog nach Paris — zunächst als Model, dann als Schauspielstudentin an der École Blanche und der École du Passage, wo sie mit Nils Arestrup und Jean-Marie Binoche arbeitete.
Was diese frühe Entscheidung von einem normalen Karrierestart unterschied: Zehn Jahre lang gehörte sie zum Ensemble von Georges Bigot am Théâtre du Soleil in Paris, dem Ensemble unter Ariane Mnouchkine, das als eines der politisch und physisch anspruchsvollsten Theaterensembles Europas gilt — ein Ort, an dem die Grenzen zwischen Probe, Aufführung und gelebtem Alltag bewusst verschwimmen. Jonathan Anbeh wuchs mit einer Mutter auf, die ihre Berufsjahre in diesem Umfeld verbracht hatte, bevor er überhaupt geboren wurde.
Den Durchbruch im internationalen Kino hatte sie 1995 mit French Kiss an der Seite von Meg Ryan und Kevin Kline. 1996 folgte One Fine Day mit Michelle Pfeiffer und George Clooney.
Im deutschen Fernsehen war sie von 2006 bis 2018 in 57 Folgen von Der Kriminalist als Dr. Lara Solovjev zu sehen, neben Christian Berkel. 2019 spielte sie in Effigy: Poison and the City die reale Bremer Serienmörderin Gesche Gottfried, die im 19. Jahrhundert 15 Menschen vergiftete. Der Film gelangte auf die Vorauswahl für den Golden Globe 2021 in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film. Für diese Rolle gewann sie auf mehreren internationalen Festivals die Auszeichnung als Beste Darstellerin, darunter beim Flathead Lake International Cinemafest und beim Beaufort International Film Festival. Ihre jüngste bestätigte Fernseharbeit war 2024 eine Folge der ARD-Serie In aller Freundschaft.
Neben der Schauspielerei gründete sie das Berliner Parfümhaus Berlin de Vous. Für den Duft Cerul, den sie gemeinsam mit der Parfümeurin Marie Urban entwickelte, erhielt sie 2020 den Duftstars Award der Fragrance Foundation Deutschland in der Kategorie „künstlerisch unabhängig“.
Gegenüber Bild beschrieb sie sich selbst: „Ich bin ein totaler Freigeist. Mich besitzen zu wollen, ist der größte Fehler, den man machen kann.“
Sein Vater: Bernhard Schir
Bernhard Schir wurde am 24. Januar 1963 in Innsbruck geboren. Er begann ein Medizinstudium an der Universität Innsbruck und spielte nebenher am Innsbrucker Kellertheater. 1984 gab er das Studium auf und absolvierte bis 1987 seine Ausbildung am Max Reinhardt Seminar in Wien — eine Entscheidung, die er nie revidiert hat.
Regisseur Otto Schenk holte ihn ans Theater in der Josefstadt, wo er in der Spielzeit 1988/89 als Moritz Stiefel in Frühlings Erwachen debütierte. Zwischen 1992 und 1995 übernahm er dort Hauptrollen in Stücken von Shakespeare, Tschechow, Hebbel und Schnitzler. Wer den Vater von Jonathan Anbeh auf einer Bühne gesehen hat, hat jemanden gesehen, der sich über Jahrzehnte in der ersten Reihe des deutschsprachigen Theaters gehalten hat — nicht durch Fernsehpräsenz, sondern durch Bühnenarbeit.
2007 wurde Schir mit dem Nestroy-Theaterpreis als Bester Schauspieler ausgezeichnet, der bedeutendsten Theaterwürde im deutschsprachigen Raum. Im März 2025 wurde ihm der Berufstitel Kammerschauspieler verliehen.
Im Fernsehen kennen ihn viele aus OP ruft Dr. Bruckner (RTL, 1996 bis 2001) und aus Vorstadtweiber (ORF), wo er von 2015 bis 2022 in 61 Folgen als Hadrian Melzer zu sehen war. Seit 2023 spielt er in der ARD-Serie Die Heiland den Oberstaatsanwalt Dr. Wolfgang Tümmler. In der Spielzeit 2025/26 übernahm er die Sprechrolle des Haushofmeisters in Richard Strauss‘ Ariadne auf Naxos an der Wiener Staatsoper.
Bernhard Schir lebt in Berlin.
Getrennt seit 2008: Jonathan wuchs bei seiner Mutter auf
Suzan Anbeh und Bernhard Schir trennten sich 2008. Jonathan war damals acht Jahre alt. Suzan Anbeh lebte von diesem Zeitpunkt an als alleinerziehende Mutter mit ihm in Berlin — während sie gleichzeitig zu den beschäftigsten Schauspielerinnen im deutschsprachigen Fernsehen gehörte.
Über ihren Alltag in dieser Zeit sprach sie in einem Interview mit Bild, über das news.de berichtete: „Ich bin so beschäftigt als Mutter und auch beruflich. Ich gründe mit einer Freundin gerade ein Unternehmen in der Parfum-Branche. Ich habe keine Zeit dafür. Außerdem ist es auch kompliziert mit Kind.“
Was über Jonathan Anbeh gesichert ist — und was falsch kursiert
Im Netz kursieren mehrere Falschbehauptungen. Auf diversen Seiten wird er als „Jonathan Jabari Anbeh“ bezeichnet, mit einem Geburtsjahr 2003 versehen oder mit einem aktiven Social-Media-Auftritt verknüpft. Keine dieser Angaben lässt sich auf eine belegbare Quelle zurückführen. Der Name „Jabari“ taucht in keinem verifizierten Pressearchiv auf.
Was gesichert ist:
- Geburtsjahr: 2000
- Geburtsort: Berlin
- Trägt den Nachnamen seiner Mutter: Anbeh
- Einziger dokumentierter öffentlicher Auftritt: Kokowääh 2 Premiere, Cinestar Potsdamer Platz, Berlin, 29. Januar 2013
- Kein bestätigtes Social-Media-Profil, keine Interviews, keine Pressepräsenz
Nicht öffentlich bekannt:
- Genaues Geburtsdatum (Tag und Monat wurden nie veröffentlicht)
- Aktueller Beruf oder Aufenthaltsort
- Persönliche Aussagen jeglicher Art
Jonathan Anbeh ist im Jahr 2026 entweder 25 oder 26 Jahre alt, je nachdem, wann genau sein Geburtstag liegt.
Halbbruder Samuel: Was über Bernhard Schirs Familie bekannt ist
Bernhard Schir hat aus einer früheren Beziehung mit der Schauspielerin Katharina Böhm einen weiteren Sohn: Samuel, geboren 1998. Böhm ist einem breiten Fernsehpublikum als Kommissarin Vera Lanz in der ZDF-Krimiserie Die Chefin bekannt, die sie seit 2012 spielt. In einem Interview mit dem Magazin Bunte im April 2025 sprach sie erstmals öffentlich über ihre Vergangenheit und bestätigte dabei Samuels Herkunft. Samuel ist zwei Jahre älter als Jonathan Anbeh. Über ein Verhältnis der beiden Halbbrüder zueinander ist nichts bekannt.
Dieser Umstand findet sich in keinem anderen deutschsprachigen Artikel über Jonathan Anbeh — obwohl er aus einer verifizierten Quelle stammt.
Ein unsichtbarer Sohn
Suzan Anbeh hat mit siebzehn die Schule verlassen und ist nach Paris gegangen, weil sie auf Bühnen stehen wollte. Bernhard Schir hat ein Medizinstudium aufgegeben, weil er vom Theater nicht lassen konnte. Beide haben Jahrzehnte ihres Berufslebens damit verbracht, gesehen zu werden — in Wien, Paris und Berlin, bei RTL, ZDF, ORF und ARD.
Jonathan Anbeh ist 2026 ein Mitte-Zwanzigjähriger, von dem es seit dreizehn Jahren kein öffentliches Foto gibt. Kein Kommentar, kein Interview, kein Auftritt. Ob das eine bewusste Entscheidung ist oder ob er schlicht nie das Interesse hatte, öffentlich zu sein — das hat er nie gesagt. Beides wäre verständlich für jemanden, der von Kindesbeinen an wusste, was dieser Beruf von einem Menschen fordert.

